Das Ende des Goldstandards
Um die heutige Währungssituation zu verstehen, ist es wichtig zu begreifen, was sich seit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Abkommens im Jahre 1971 zugetragen hat - oder noch besser: Was geschah wirklich seit dem Ende des Goldstandards des 19. Jahrhunderts? Eigentlich war Bretton Woods kein Goldstandard, sondern ein "Gold-Devisen-Standard" oder vielmehr ein "Gold-Dollar-Standard". Es war, wie Wilhelm Röpke es nannte, ein denaturierter Goldstandard und als solcher ein gefährliches Surrogat, in dessen Folge die Weltwirtschaft im vergangenen 20. Jahrhundert zweimal in gefährliche inflationäre und darauffolgende deflationäre Krisen gestürzt wurde. Die Auswirkungen dieser ersten Spielart des Gold-Devisen-Standards als Resultat der Konferenz von Genua 1922 waren weit schlimmer. Sie verursachte nicht nur die Immobilienkrise von 1925 in Florida. Auch der Börsenboom Ende der zwanziger Jahre mit dem darauffolgenden Krach von 1929 mit anschließender Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre (The Great Depression) und schließlich der II. Weltkrieg waren darauf zurückzuführen.