Die Schließung des "Goldfensters" durch Präsident Nixon oder Die Aufhebung der
Goldkonvertibilität
Als die amerikanischen kurzfristigen Dollar-Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland weiter anstiegen, empfahl der französische Ökonom Jacques Rueff, um das Vertrauen in den Dollar wieder herzustellen, eine Verdoppelung des Goldpreises. Als er Präsident Kennedy dies während dessen Besuchs in Paris vorschlug, antwortete dieser, dass er so etwas den amerikanischen Bürgern nicht antun könne. Doch im August 1971 hatte die Situation eine absolut kritische Phase erreicht. Weder das zweigeteilte Marktsystem noch die Beschwichtigungsversuche der Politiker und Ökonomen aller Lager vermochten hier weiterzuhelfen. Im August 1971 wurden die kurzfristigen Dollar-Verbindlichkeiten der USA auf $ 60 Milliarden geschätzt, von denen etwa 2/3 offiziellen Institutionen im Ausland geschuldet wurden. Bei $ 35 pro Unze war der U.S.-Goldbestand auf $ 9,7 Milliarden zusammengeschmolzen.
Am 9. August 1971 erreichte der Goldpreis ein neues Rekord-hoch von $ 43.94.
Präsident Nixon reagierte, und am 15. August 1971 schloß er das Goldfenster, indem er dem U.S.-Schatzamt untersagte, fortan irgendwelche im ausländischen Besitz befindlichen U.S.-Dollars gegen Gold einzutauschen. "Das Schließen des Goldfensters" war, so Salsman, "ein höflicher Ausdruck für die Nichterfüllung von Goldzahlungen, in anderen Worten Zahlungsunfähigkeit und ein Verstoß gegen die internationalen monetären Vereinbarungen. Dieser Bruch von Verpflichtungen unterschied sich im wesentlichen nicht von den Moratorien von >Dritte Welt<-Schuldnern, wie sie später in den achtziger Jahren vorkamen. Die Zahlungseinstellung von Gold entsprach der Handlungsweise einer Bananenrepublik. Der Dollar blieb seitdem vom Gold abgekoppelt.